selbermachen – 50 Jahre Folkmusik in Ostdeutschland
selbermachen – 50 Jahre Folkmusik in Ostdeutschland

selbermachen – 50 Jahre Folkmusik in Ostdeutschland

Ausstellung „selbermachen – 50 Jahre Folkmusik in Ostdeutschland“ 
28.11.26 bis 21.06.27 im Musikinstrumentenmuseum der Universität Leipzig 

Die Folkszene zieht in den Himmel…

… in den GRASSI-Himmel, um genau zu sein, einen intimen Raum unter dem Dach von Leipzigs schönstem Museumskomplex. Auf Einladung des Musikinstrumentenmuseums der Universität ist dort vom 28.11.26 bis zum 21.06.27 eine Ausstellung über ein halbes Jahrhundert Folkmusik in Ostdeutschland zu sehen. Organisiert wird sie von PROFOLK, dem Bundesverband für Lied, Folk und Weltmusik. Für die Realisierung zuständig sind Dr. Ralf Gehler, Musikwissenschaftler und Dudelsackspieler, sowie Wolfgang Leyn, Journalist und Szenechronist.

Gezeigt werden Dudelsäcke und Drehleiern, die in den 80er Jahren von DDR-Folkmusikern selber gebaut wurden, weil man sie im Land nicht kaufen konnte. Historische Veranstaltungsplakate und Fotos zeugen von der lebendigen, kreativen Musikszene, die Ende 1976 in Leipzig entstand, im Ergebnis eines Werkstatt-Wochenendes im Studentenklub der Hochschule für Grafik und Buchkunst. Die Gruppe Folkländer hatte dazu ein Dutzend Bands aus dem ganzen Land eingeladen.

Leipzig blieb bis 1990 unangefochtene „Folkhauptstadt“. Hier traf sich die Szene bei den jährlichen DDR-Folkwerkstätten, hier wurde 1983 die einzige Volkstanzschule der Republik gegründet, hier wirkte der aktivste Folkklub mit über 100 Mitgliedern, hier erschien ab 1984 das „Leipziger Folksblatt“, hier hatte 1986 das internationale Tanzhausfest Premiere – mit bis zu tausend Tänzerinnen und Tänzern in der Kongresshalle.

Das Deutschfolk-Revival der 70er und 80er Jahre führte zu einer Renaissance von Volkslied und Volkstanz, wie sie bis dahin im 20. Jahrhundert nur die Wandervogel-Bewegung hervorgebracht hatte. Dabei unterschieden sich die Bedingungen in beiden deutschen Staaten. Spezifische Ost-Phänomene werden in der Ausstellung beleuchtet. Etwa die Lieder mit „doppeltem Boden“, das ambivalente Verhältnis zwischen Folkies und Funktionären oder der Volkstanz-Boom, den es im Westen nicht gab. Auch die soundprägenden Instrumente waren andere.

Eine digitale Hörstation gibt einen Eindruck davon, wie Folkmusik in Ostdeutschland geklungen hat und heute noch klingt, schließlich spielen zwischen Ostsee und Erzgebirge mehr als 180 Bands Folk und Weltmusik, anderthalb mal so viele wie vor 1990. Zur Ausstellung erscheint ein Begleitheft. Angeboten wird vielfältiges ein Rahmenprogramm. Zum Auftakt gibt es am 29. November einen Thementag in der naTo mit zwei Gesprächsrunden und zwei Konzerten. Ab Januar finden im Museum monatlich Gesprächskonzerte statt. Darin geht es um Instrumente wie Dudelsack, Thüringer Waldzither, Konzertina und Bandonion, um Handwerksgesellenlieder, Mitmach-Volkstanz und die Folkhauptstadt Leipzig.

Damit die Folkszene in den GRASSI-Himmel ziehen kann, braucht sie die Unterstützung von Menschen, die Folk- und Weltmusik lieben und denen diese Liebe etwas wert ist. Mit Fördergeldern hat es leider nicht geklappt. So viel wie möglich realisiert das Ausstellungsteam ehrenamtlich. Musikergagen, Technik-, Druck- oder Transportkosten können jedoch nur durch Crowdfunding finanziert werden. Wer das Ausstellungprojekt unterstützen möchte, kann das über das Portal „99 Funken“ der Sparkasse Leipzig tun: www.99funken.de/folk-ausstellung

Das Programm des Thementages am 29. November von 11 bis 22 Uhr in der naTo: www.ostfolk.de

Ansprechpartner: Wolfgang Leyn 

E-Mail: wolfgang.leyn@gmx.de 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert